(Die Sterne)
Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einem Genossen, der sagte, viel Hoffnung auf eine gute Zukunft habe er nicht, aber er versuche möglichst viel zu machen, in dem Widerstand steckt, zusammen lesen, reden oder demonstrieren. Und das hat mich nachdenklich gemacht.
Genau das war seit etwa 1990 mein Glaube. Mein Bild von der alten Arbeiterbewegung, erst der SPD später der KPD als Volksparteien und deren Verankerung in der Bevölkerung, prägte mein Bild von Politik. Als Student kam die Bekanntschaft mit dem gut lesbaren Buch von Sabine Kebir über Antonio Gramsci dazu. Ab da war der Kampf um Hegemonie, der für mich und Gramsci mit dem Alltag und dem Alltagsverstand verbunden war, ein zentrales Motiv, das mit Demokratie und dem Ringen um Sozialismus zu tun hatte.
Heute nachdem das Europäische Grenzregime seit Jahren Alltag ist, erinnerte ich mich, dass ich in der zehnten oder elften Klassen (rund um 1992) in Erdkunde oder Gemeinschaftskunde ein Video zum Thema Festung Europa zeigte. Ein Film, der zuspitze und in dem meiner schlechten Erinnerung nach, zum Schluss eine Mauer am Mittelmeer stand. Heute fühlt es sich so an, als wäre diese alltägliche politische Arbeit der letzten 20-30 Jahre für die Katz gewesen.
Auf Heute und Morgen, auf die Arbeit wartet für die Demokratie und den Sozialismus.